Brustvergrößerung

Brustvergrößerungen zählen heutzutage in der Plastischen Chirurgie weltweit mit zu den am häufigsten vorgenommenen Eingriffen. Diese Tendenz ist auch in Deutschland festzustellen. Wir beschäftigen uns daher am Universitätsklinikum Bonn intensiv mit dem Thema Brustvergrößerung und der Optimierung dieses Verfahrens, um für Sie ein optimales und sicheres Therapiekonzept anzubieten.

Doch was verbirgt sich hinter dieser beliebten Operation? Wir stellen die wichtigsten Informationen für Sie hier zusammen.

Quick-facts

Dauer

ca. 1 Stunde

Narkose

Vollnarkose

Drainagen

in der Regel keine

Hautfäden

selbstauflösend

Aufenthalt

ambulant oder 1 Nacht

Verband

Klammerpflaster auf der Wunde (2 Wochen), äußeres Schutzpflaster (für 2-3 Tage), Stütz-BH

Schwellung

für 3-6 Monate

Narben

verblassen nach 6-18 Monaten nach der Brustoperation, Narbenmassage empfohlen, Sonnenkarenz der Narben für 6 Monate angeraten

Postoperativ

Physische Kontakte: nach 3-4 Wochen (wichtig: eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung darf bei kosmetischen Eingriffen nicht ausgestellt werden) Implantatmassage empfohlen

Die weibliche Brust zeigt die unterschiedlichsten Formen und Größen. Dies hängt von genetischen Faktoren und dem Anteil des Fett- und Bindegewebes ab. Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus oder Hormonveränderungen, z. B. in den Wechseljahren beeinflussen die Form und Größe also den Aufbau der Brust ebenfalls.

Durch Ereignisse wie Schwangerschaft, Stillzeit, aber auch erhebliche Gewichtsveränderungen kann sich das Brustgewebe und die umgebende Haut verändern. Andere Veränderungen ergeben sich aus einem zunehmenden Alter.

Wenn Ihre Brust ein für Sie zu geringes Volumen hat, das Gewebe nicht oder wenig erschlafft ist und die Brustwarzen symmetrisch auf einer adäquaten Höhe liegen, kommt für Sie eine Brustvergrößerung in Frage.

Frauen entscheiden sich aus vielerlei persönlichen Gründen für einen chirurgischen Eingriff zur Brustvergrößerung:

  • Veränderung der Brustform (z.B. bei hängender /erschlaffter Brust)
  • Vergrößerung des Volumens der Brust
  • Wiederherstellung der Brustform nach bestimmten Ereignissen im Leben, wie der Geburt eines Kindes
  • Angleichung von Brüsten, die von unterschiedlicher Größe oder Form sind (Brustasymmetrie)

Jede Frau ist einzigartig und hat individuelle Bedürfnisse und Wünsche. Daher gibt es heutzutage bei der Wahl des optimalen Korrekturverfahrens verschiedene Möglichkeiten; die Auswahl an Brustimplantaten ist vielfältig und lässt sich individuell auf die einzelne Patientin anpassen. Wir stellen Ihnen hier diese Möglichkeiten vor und möchten Ihnen damit helfen, eine gute Wahl zu treffen.

In einer der folgenden Gruppen könnten Sie sich wiederfinden:

Brustvergrößerung für die allgemeine Natürlichkeit

Die Brust ist nicht voll oder zu klein entwickelt. Dies trifft eher für die jüngere Patientin zu, die unter einer zu kleinen und unterentwickelten Brust leidet und daher eine Korrektur wünscht.

Die Patientinnen wünschen sich eine normal und voll entwickelte natürliche Brust und dadurch auch mehr Fraulichkeit.

Brustvergrößerung für die ursprüngliche Natürlichkeit

Die Brust war ursprünglich normal und voll entwickelt, hat sich aber durch Lebensumstände in ihrer Form und in ihrem Volumen geändert. In diese Gruppe fallen Frauen, die ihre ursprüngliche Brustform verloren haben, z.B. nach Schwangerschaft, Stillzeit, Gewichtsreduktion oder Alterung. Es sind Patientinnen in den 30ern, 40ern und 50ern.

Sie wünschen sich eine Wiederherstellung der ursprünglichen Natürlichkeit.

Brustvergrößerung für die einzigartige Natürlichkeit 

Die Brust ist durchaus normal und voll entwickelt. Die Patientinnen wünschen aber eine größere Fülle und Form.

Dies sind Frauen in allen Altersgruppen, die einen besonderen Wert auf eine attraktive Erscheinung legen.

Sie als Patientin stehen absolut im Vordergrund, es ist Ihre und nur Ihre Entscheidung. Als Plastische Chirurgen können wir Ihnen aber beratend zur Seite stehen, damit Sie Ihre Entscheidung in Ruhe und mit bestmöglicher Information treffen können.

Brustoperation soll sicher und komfortabel für Sie verlaufen. Dazu gehören auch eine optimale Narkose und die perfekte OP-Technik.

Ein schonendes Narkoseverfahren (TIVA – total intravenöse Narkose) bietet viele Vorteile: schnelles Aufwachen, angenehmes Empfinden, deutlich weniger Übelkeit, insgesamt schnellere Erholung von der Narkose.

 

Brustvergrößerung mittels Implantat:

Schnittführung

Das Einbringen der Brustimplantate kann über einen kleinen (4 cm etwa) Schnitt in der Unterbrustfalte erfolgen. Diese Narbenposition ist unauffällig und wird von unseren Patientinnen als sehr wenig störend empfunden.

Um das Implantat einzubringen kann auch der sogenannte periareoläre Zugang (um den Brustwarzenvorhof herum) gewählt werden. Hierbei kann beispielsweise eine Korrektur der Brustwarzenposition oder auch ein dezenter Straffungseffekt vorgenommen und erzielt werden.

Der Zugang über die Achselhöhle ist auch eine mögliche Option, das Brustimplantat einzulegen. Hierbei ist die Enge des Zugangs und die daraus resultierende Druckwirkung auf das einzubringende Implantat limitierend. Kleinste Schäden an der Implantatoberfläche können bereits für langwierige Komplikationen sorgen.

Implantatlage

Je nach dem, wie kräftig die Gewebs- und Drüsenschicht ist, empfehlen wir die Positionierung des Implantats entweder auf oder unter dem großen Brustmuskel.  Der Brustmuskel kann dazu dienen, das Implantat noch mehr zu kaschieren. Bei einer ausreichenden Gewebeschicht der Weichteile ist die Positionierung des Implantats nicht zwingend notwendig.

 

Auswahl der Implantate

Individuelle Frauen brauchen individuelle Lösungen. Mit dem Sizer-Kit, das exklusiv für Motiva-Implantate angewendet wird, sind wir in der Lage, Ihr ideales Brustimplantat schon vor der Operation so präzise wie möglich zu bestimmen und ein maßgeschneidertes Ergebnis zu erzielen.

Zunächst werden verschiedene Faktoren bei der Untersuchung der Brust erfasst und dokumentiert. Dazu gehören:

Die Breite und Höhe der Brustwand, die Breite der Brustbasis, der Abstand vom Hals (Grube am Oberrand des Brustbeins) bis zur Brustwarze (sog. Jugulum-Mamillen-Abstand), der Abstand zwischen den Brustwarzen, die Beurteilung der Haut in Bezug auf Elastizität und Dehnbarkeit („welche Hautmenge steht zur Verfügung?“), die Beweglichkeit der Brust auf der Brustwand sowie die Proportionen von Haut, Muskeln und Brustdrüse zueinander.

Anschließend kann die Patientin mit Probe-Brustimplantaten (sog. Sizern) die ideale Brustgröße realistisch testen. Damit gelingt es auf einzigartige Weise, das spätere Resultat nach der OP zu simulieren. Sie können im Spiegel das voraussichtliche Ergebnis der Brustvergrößerung sehen. Die Probe-Brustimplantate, getragen in einem Spezial-BH, vermitteln Ihnen einen realistischen Eindruck der neuen Brustgröße und –form. Sie können damit vorab bestimmen, ob die Brust in Größe und Form Ihren Vorstellungen entspricht. Unrealistische, zu große und unnatürliche; aber auch zu kleine Ergebnisse können damit vermieden werden. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihre eigene Kleidung über den Probeimplantaten anzulegen, um die Wirkung der Brustvergrößerung im Alltag zu beurteilen.

Damit steht zum ersten Mal ein System zur Verfügung, bei dem die Patientin selbst über die zukünftige Form und Größe ihrer Brust mitbestimmen kann – anders als früher, als diese Entscheidung erst während der Brustoperation vom Arzt getroffen wurde. Der Plastische Chirurg geht mit einem vor dem Eingriff ausgewählten Implantat in die Brustoperation, das Auswählen der richtigen Größe während der Brustoperation, ohne Einflussmöglichkeit der Patientin entfällt.

Sie sind damit aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden, wir stehen mit unserer Erfahrung beratend zur Seite, um für Sie ein ideales Ergebnis – Ihre Traumbrust – zu erzielen.

Mehr Details zu Brustimplantaten…

Brustvergrößerung und Straffung in einer Operation:

Wenn neben der Vergrößerung auch der Aspekt der Straffung von Bedeutung ist, kommt sicherlich eher die Methode zur Wahl, bei der im Wesentlichen nur ein vertikaler Schnitt gemacht wird und der Schnitt in der Unterbrustfalte begrenzt bleibt (Lejour – Technik).

Ist die Brust ausgeprägt erschlafft und vom Volumen für Sie nicht ausreichend, wird das sehr sichere und sehr gut vorhersagbare Verfahren mit sogenanntem umgekehrten T-Schnitt und superiorem Stiel angebracht. Dies bedeutet, dass nach der Implantat Einlage die Schnittführung um den Brustwarzenhof geht, dann mittig unterhalb der Brustwarze vertikal nach unten und über die zentrale Unterbrustfalte reicht (Brustvergrößerung und Straffung in einem Eingriff).

Brustvergrößerung durch Eigenfett-Transfer:

Lipofilling oder Eigenfett-Transfer kann bei der Körperkontourierung vielfältig eingesetzt werden. Insbesondere bei einer moderaten Volumenvergrößerung der Brust ist diese Technik Mittel der Wahl.

Wir entnehmen Fettgewebe mittels Liposuktion (Fettabsaugung) aus den Fettgewebspolstern, welche Sie eventuell stören. Das entnommene Fett wird hochgereinigt und anschließend an der Brust wieder eingebracht. Sowohl das Entnehmen als auch das Einbringen des Fettgewebes erfolgen über kleinste Schnitte von wenigen Millimetern, welche in den meisten Fällen unauffällig abheilen.

Der limitierende Faktor ist die vorhandene Gewebsschicht, in der das entnommene Fettgewebe verteilt werden kann. Desweiteren werden statistisch 30-40% des transferierten Fettgewebes vom Körper resorbiert, sodass das unmittelbar postoperative Volumen sich nach einer Zeit von 2-3 Monaten verringert.

Jeder operative Eingriff hat ein Spektrum an Risiken. Unsere Operationsmethoden sind standardisiert und Ihre Sicherheit stellt für uns die erste Priorität dar. Dennnoch möchten wir hier auf die häufigsten Risiken und Komplikationen einer Brustvergrößerung hinweisen:

Kapselfibrose

Nachblutung

Asymmetrie

Nacherschlaffen des Gewebes

Narbenbildungsstörungen

Wundheilungsstörungen

Infektion

Komplikationen im Transplantationsareal:

Schwellung und Hämatombildung

Gefühlstörung

Infektion

Fettgewebsnekrose, Ölzystenbildung, Kalzifikation

Hypertrophe Narbenbildung

Konturunregelmäßigkeiten

Unter- oder Überkorrektur der Deformität

Schädigung von darunterliegenden Strukturen, z.B. Brustimplantate, Pneumothorax

Fettembolie als Folge intravaskulärer Injektion

Unmittelbar nach der Operation wird Ihnen ein Stütz-BH angelegt, welcher vorab entsprechend Ihrer Maße und der OP-Planung angepasst wurde. Wenn Sie von der Narkose wieder aufgewacht sind, sehen Sie Ihr Plastisch-Chirurgisches Team bei der Visite. Hierbei wird dann auch festgelegt, wann Sie wieder nach Hause gehen können. Für uns ist eine ausreichende Schmerztherapie nach der Operation sehr wichtig, daher werden ausreichend Schmerzmittel verordnet. Bitte melden Sie sich bei dem Pflegepersonal, fall Sie den Eindruck haben, dass die Schmerzmittel nicht ausreichen.

Die ersten Tage/Wochen nach der Operation:

In den meisten Fällen wird eine Brustvergrößerung ambulant durchgeführt. In einigen Fällen ist ein 1-tägiger stationärer Aufenthalt vorgesehen. Durch unser schonendes Operationsverfahren halten sich die Schmerzen und Beschwerden nach einer Brustvergrößerung in Grenzen. Am ersten Tag kann noch mit leicht ziehenden Schmerzen im Brustbereich zu rechnen sein, die in der Regel durch die Gabe von Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen gut zu behandeln sind. Die Schmerzen gehen in den darauffolgenden Tagen und Wochen am ehesten in muskelkater-ähnliche Beschwerden über.

Sehr selten ist die Einlage von Drainagen erforderlich. Sollte dies der Fall sein (<2%), werden diese am 1.-2. Postoperativen Tag entfernt. Grundsätzlich können Sie in diesen seltenen Fällen auch mit der Drainage nach Hause gehen. Das oberflächliche weiße Schutzpflaster kann am 2. bis 3. Tag entfernt werden. Die darunter befindlichen hellbraunen Pflaster (sog. Steristrips® oder Ähnliches) sollen 2 Wochen verbleiben.

Etwa 14 Tage nach der Operation werden die hellbraunen Klammerpflaster / Steristrips® entfernt. Wenn es Ihre Schmerzempfindung zulässt, zeigen wir Ihnen das Massieren der Brustimplantate. Dies sollte von Ihnen 1-2 Monate täglich durchgeführt werden, um einer Kapselbildung (Kapselfibrose) vorzubeugen und die Implantate schneller in die endgültige Position zu bringen.

Nach dem Entfernen der letzten Pflaster können Sie mit einer Narbenmassage beginnen. Dies hilft, die Narbe schneller abblassen und schneller weicher werden zu lassen. Nähere Empfehlungen hierzu geben wir Ihnen bei den Nachsorgeterminen. Sie können zudem Ihre Brust mit einer milden Pflegelotion eincremen. Alle Fäden lösen sich von alleine auf, das Ziehen der Fäden ist also nicht notwendig. Vermeiden Sie jede größere körperliche Anstrengung (Heben von mehr als 10 kg, Überkopfarbeiten) sowie Sport für mindestens 4 Wochen. Hierzu gehören insbesondere die Sportarten, welche die Brust über die Maße beanspruchen und wippen lassen (z.B. Schwimmen, Tennis, Joggen, Reiten, etc.). Danach können Aktivitäten nach subjektivem Empfinden wiederaufgenommen werden. Kampfsportarten sollten für mindestens 8-12 Wochen vermieden werden. Duschen ist nach 2-3 Tagen möglich. Lassen Sie sich in den ersten 14 Tagen bei der Haarwäsche helfen. Bitte nehmen Sie kein Vollbad in den ersten 4 Wochen. Sauna und Solarium können Sie frühestens nach 4-6 Wochen wieder besuchen. Wir empfehlen das ganztägige Tragen eines gut sitzenden Stütz-BHs (Sport-BHs) für 4-6 Wochen postoperativ. Selbstverständlich kann der Stütz-BH zum Duschen oder Reinigen des BHs kurzzeitig abgelegt werden. BH mit Metallbügel sollten erst danach getragen werden. Einen Stütz-BH erhalten Sie von uns im Rahmen der Operation. Sollten Sie einen zweiten BH zum Wechseln wünschen, können Sie diesen bei uns erwerben.

Bei Eingriffen, die nicht von der Krankenversicherung übernommen werden, kann keine Krankschreibung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, AU) erfolgen. Sie müssen daher für Ihre Erholungsphase einen Urlaub einplanen.

Arbeitsfähigkeit: Die meisten Patienten können nach einer oder zwei Wochen wieder arbeiten gehen.

Nehmen Sie in den ersten 24 Stunden nach der Narkose keine Beruhigungs- oder Schlafmittel ein (es sei denn, es wurde Ihnen vom Operateur oder Narkosearzt explizit verordnet).

Bei folgenden Problemen bitten wir Sie, sich jederzeit unter den unten stehenden Rufnummern an uns zu wenden!

  • Sie haben sich mehrfach übergeben oder Ihnen ist ununterbrochen übel
  • Sie haben unerträgliche Schmerzen, die sich mit den verordneten Schmerzmitteln nicht bessern lassen
  • Sie entwickeln Fieber über 38,5°C
  • Der Wundbereich schwillt stark an oder ist gerötet
  • Sie haben sonstige Probleme im Zusammenhang mit der Operation, die Sie nicht selbst lösen können

In der Regel werden 4 Wochen, 3 Monate und 6 Monate nach der Operation routinemäßige Nachuntersuchungen mit Bilddokumentation durchgeführt. Sollten in seltenen Fällen Korrekturen notwendig sein, können diese spätestens nach 6 Wochen durchgeführt werden.

Sekretariat Plastische Chirurgie: 022828711250

Ambulanz Universitätsfrauenklinik: 0228 28715450 oder 0228 28715462

Pforte der Universitätsfrauenklinik: 0228 28715450

Zentrum für ambulantes Operieren (ZAO): 0228 28717100

Interdisziplinäres Notfallzentrum: 0228 28712000

Stationen der Frauenklinik:

Station 2: 0228 28715787  Station 5: 0228 28715797  Station 4: 0228 28715401