Rekonstruktion der Brustwarzen

Wie das schockierende Beispiel von Patricia Blanco vor einigen Wochen zeigte, kann es bei einer unprofessionell durchgeführten Schönheitsoperation zu schweren Folgen kommen: Nach ihrer Brustoperation starben ihre Brustwarzen ab, da die Durchblutung in jenem Teil der Brust nicht mehr gewährleistet war.

Dieses Risiko besteht vor allem – wie bei Patricia Blanco – bei der Durchführung einer Bruststraffung oder Brustverkleinerung. Bei diesen Eingriffen wird normalerweise auch die Brustwarze angehoben oder verkleinert, wodurch die Durchblutung kurzzeitig eingeschränkt ist. Ein professioneller Chirurg achtet hierbei darauf, dass die Blutversorgung der Brustwarze auch an ihrer neuen Position zu einem ausreichenden Teil erhalten bleibt. Wird anschließend eine weitere Operation an der Brust durchgeführt und der Chirurg wurde nicht genau über die vorherige Neupositionierung der Brustwarze informiert, besteht ein hohes Risiko, dass die Blutversorgung der Brustwarze komplett durchtrennt wird. Generell gilt: je mehr Gewebe entfernt wird, desto höher ist die Gefahr, die Durchblutung zu stören.

Methoden der Brustwarzenrekonstruktion

„In den meisten Fällen wird für die Rekonstruktion Haut von den Lidern oder den Schamlippen transplantiert, da diese Hautpartien nach dem Einsetzten an der neuen Position eine rosige Farbe annehmen und damit am meisten der Hautfarbe der natürlichen Brustwarze entsprechen. Unter Verwendung dieser Haut werden der Warzenhof und die Brustwarze nachgebildet“, erklärt Priv. Doz. Dr. Klaus Wagenbach. Mit der Transplantation geht oft eine Lidstraffung oder eine Verkleinerung der Schamlippen einher. Entscheidet sich die Patientin für eine Transplantation von einer anderen Stelle, wie beispielsweise der Gesäßfalte, behält die Haut ihre ursprüngliche Farbe bei und das natürliche Aussehen der neuen Brustwarze kann nur durch Tätowierung erzielt werden. Je nach Wahl der Methode kann die Rekonstruktion unter örtlicher Betäubung und ambulant vorgenommen werden. Die Nachbehandlung beschränkt sich normalerweise auf das Tragen eines Verbands für etwa eine Woche, sofern keine Komplikationen bei der Wundheilung auftreten.

Um eine Brustwarzenrekonstruktion zu vermeiden, sollte sich jede Frau für eine Behandlung an einen erfahrenen und professionellen plastischen Chirurgen wenden, der die Operation mit großer Sorgfalt durchführt und so derartige Komplikationen vermieden werden.

 

Bildnachweis: Markus Köller / Die Lounge