Brustvergrößerung: Was gibt es für Material Möglichkeiten bei Implantaten?

Seit den 60er Jahren bereichert die Brustvergrößerung als chirurgischer Eingriff den Markt der plastisch ästhetischen Chirurgie. Implantate bestanden anfangs ausschließlich aus Silikon – mittlerweile steht eine größere Auswahl an Implantats Materialien für Ärzte und Patienten zur Verfügung. Welche Möglichkeiten gibt es zur Brustvergößerung, wie sehen die Unterschiede aus und kann ein Material als „das Beste“ bestimmt werden? In diesem Blog Text verschaffen wir Überblick über Implantats Materiealien.

Implantate aus Silikon

Bei diesem Implantat-Typ wird eine feste Silikonhülle mit einem weichen bis mittelweichen Kern aus Silikon genutzt. Silikon-Implantate sind in der heutigen Zeit viel besser und weiter entwickelt als zu Beginn der Brustvergrößerung in den 60er Jahren. Moderne Implantate weisen eine dickere Hülle, einen kohäsiven Kern aus Silikon und eine glattere, texturierte Oberfläche inklusive einer Beschichtung aus Polyurethan auf. Silikon-Implantate sind, je nach Hersteller, in verschiedenen Volumina verfügbar (50-1000 Millilitern).

„Im Gegensatz zur Vergangenheit sind Silikon-Implantate heutzutage wesentlich länger haltbarer und unempfindlicher. In der Regel sollten sich Frauen darauf einstellen, dass Silikon-Implantate nach ca. 15 Jahren ausgewechselt werden müssen – solange sie allerdings intakt sind und keine Probleme verursacht, besteht kein Zwang, sie zu erneuern“, erklärt Priv. Doz. Dr. Klaus Walgenbach

In den 90er Jahren wurden erhebliche gesundheitliche Bedenken gegenüber Silikonimplantaten zur Sprache gebracht. Es wurde vermutet, dass sie für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich seien. Wissenschaftliche Studien konnten diesen Verdacht jedoch nicht bestätigen.  Silikon ist und bleibt in Europa daher das am häufigsten genutzte Füllmaterial bei Brustimplantaten.

Implantate mit Kochsalzlösung

Während Brustimplantate mit Kochsalzlösung in Amerika heißbegehrt sind, wird diese Materialart in Deutschland und Europa nur in jedem zehnten Implantat genutzt. Fachleute gehen zwar davon aus, dass Kochsalzlösung im Implantat bei einer Ruptur ein geringeres gesundheitliches Risiko birgt als ein Silikon-Implantat, allerdings wirkt das Erscheinungsbild der Brust, die mit einem Kochsalz-Implantat vergrößert wurde, unnatürlicher im Vergleich zu einem Silikon-Implantat. Darüber hinaus können bei dem Einsatz von Kochsalz ebenfalls ein unnatürliches Tastgefühl, eine unstabile Form sowie Gluckergeräusche auftreten. Nichtsdestotrotz bietet Kochsalzlösung auch Vorteile: Die Brustkissen können unterhalb des Brustmuskels platziert werden, ein kleiner Schnitt genügt, um die Implantate zu platzieren und die Kosten sind geringer als bei Silikon-Implantaten.

Brustvergrößerung mit Eigenfett

Neben Implantaten gibt es auch die Möglichkeit, Eigenfett zur Brustvergrößerung zu nutzen. Hierbei wird an einem ausgewählten Areal am Körper der Patientin Fett entnommen und in die Brüste injiziert. Erst in den vergangenen Jahren hat sich eine Brustvergrößerung mit Eigenfett als eine echte Alternative zu Implantaten entwickelt, da eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen zum Fettgewebe und zur Aufbereitung des Fettgewebes für die Transplantation zur Verfeinerung der operativen Technik geführt haben. Im Gegensatz zu einer Brustvergrößerung mit Implantat ist das Risikoprofil bei Eigenfett extrem gering und auch die Narbenwahrscheinlichkeit geht gen null. Allerdings eignet sich eine Brustvergrößerung mit Eigenfett in erster Linie für Patientinnen, die lediglich eine moderate Veränderung wünschen, denn Eigenfett kann maximal und nur unter idealen Bedingungen eine Vergrößerung von einer Körbchen Größe erzielen. Auch wenn die Erfolgsaussichten grundsätzlich gut sind: Da nicht alle Fettzellen anwachsen und erhalten bleiben können, sind die Resultate nicht mit einem Implantat zu vergleichen.

Materialentscheidung bleibt individuelle Entscheidung

„Heutzutage lässt sich nicht ein Material als „das einzig Beste“ bestimmen. Je nach Wunsch und Anforderung hat jede Möglichkeit zur Brustvergrößerung ihre Vor- und Nachteile. Das Material sollte in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Chirurgen Ihres Vertrauens besprochen und festgelegt werden“, rät Priv. Doz. Dr. Klaus Walgenbach.

 

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